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TRACK & TRACE – Verschiedene Formen und Technologien

TRACK & TRACE – Verschiedene Formen und Technologien

23. September 2020
Track & Trace

Track & Trace ist in der Logistikbranche nicht mehr wegzudenken. Doch was hat es eigentlich mit GPS, Barcodes, RFID und AIS genau auf sich? In diesem Artikel möchten wir dem Ganzen näher auf den Grund gehen und Licht ins Dunkle bringen. Was versteht man unter Track & Trace und welche Technologien werden dafür eingesetzt?  

Track & Trace steht für die Sendungsverfolgung einer Ware. Übersetzen lässt sich Track & Trace bzw. Tracking & Tracing mit „Verfolgung“ und „Rückverfolgung“. Der aktuelle Status bzw. Standort der Lieferung kann eingesehen, überprüft und überwacht werden – und das über die gesamte Lieferkette hinweg. Auch nach Zustellung kann der Transportprozess noch zurückverfolgt und nachvollzogen werden. 

Track & Trace über Barcodes

Eine weit verbreitete Methode der Sendungsverfolgung bei Paketzustelldiensten ist das Tracking der Lieferung über Barcodes. Das Paket wird mit einem Barcode versehen und bei jedem Standortwechsel mit einem Scanner ausgelesen. So werden die enthaltenen Sendungsdaten, unter anderem die Uhrzeit und der Ort der Lieferung, in einer zentralen Datenbank gespeichert. Sowohl der Kunde als auch der Paketzustelldienst kann nun überprüfen, wo sich das Paket befindet. Barcodes bieten den Vorteil, dass sie sehr kostengünstig und einfach herzustellen sind. Ein Nachteil ist jedoch, dass das Scannen aus einer weiteren Entfernung nicht möglich ist. Es muss Sichtkontakt bestehen und es können nicht mehrere Artikel gleichzeitig erfasst werden. Inzwischen ist die Sendungsverfolgung teilweise auch über QR-Codes möglich.

Sender-Empfänger-System RFID

Das Sender-Empfänger-System RFID (Radiofrequenzidentifikation) ist eine Technologie, welche auf den Austausch von elektromagnetischen Wellen beruht. Das RFID-System wird mit einer automatischen Datenerfassung zur Identifizierung und Lokalisierung von Objekten genutzt. Das Verfahren gilt als Nachfolger des Barcodes. Durch einen Transponder als Datenträger mit Antenne können Daten ohne Sichtkontakt und Berührung ausgelesen werden. Mit eingebauten Sensoren ist es zudem möglich, Informationen über die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Containern zu ermitteln. Im Unterschied zum Barcode kann der RFID-Chip auch auf größeren Distanzen Daten erfassen. So ist eine schnelle Erfassung einer Vielzahl von Artikeln in kurzer Zeit möglich.

Echtzeit-Lokalisierung

Zu den Real Time Location Systemen (RTLS) zählen unter anderem Mobile Phone Tracking, GPS und Bluetooth. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet sich auch die Anwendbarkeit der Technologien. GPS wird eher für den Outdoor-Bereich genutzt, während Bluetooth eher für die Lokalisierung von Objekten im Indoor-Bereich geeignet ist. Mit den kleinen Bluetooth-Sendern, den sogenannten Beacons, können z.B. Produkte in Warenhäusern leichter lokalisiert oder die Laufwege der Gabelstapler analysiert und optimiert werden. 

GPS ist weithin bekannt von Navigationssystemen, mit denen wir unsere eigene Position nachverfolgen können. Genau das gleiche System lässt sich auch auf die Sendungsverfolgung übertragen. So ist es möglich, den Standort einzelner Transportmittel mit Warenlieferungen kontinuierlich in Echtzeit zu lokalisieren. 

GPS steht für „Global Positioning System“ und ist ein Satellitennavigationssystem aus den USA, das eine weltweite Ortung ermöglicht. Durch das Zusammenspiel von mindestens 3-4 Satelliten, die codierte Radiosignale abgeben, kann die Position bis zu einigen Meter genau bestimmt werden. So kann die Lieferung nicht nur nachverfolgt, sondern auch vor Diebstahl geschützt werden. Einige Systeme stellen dazu eine Alarmfunktion bereit, die anschlägt, sobald der Container von Unbefugten bewegt und entwendet wird. 

Radar-Systeme 

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Radarsystemen, u.a. für den Flugraum oder auch für den Seeverkehr. Als Online-Schiffsradar wird ein sogenanntes Automatic Identification System (AIS) verwendet, ein Funksystem, das wertvolle Daten der Verkehrsteilnehmer austauscht. Jedes Schiff oder Boot, das über ein AIS-Funkgerät verfügt, kann auf dem Radar abgebildet werden. Auf diesem Weg lassen sich sowohl aktuelle Positionen von Container-Schiffen als auch von Kreuzfahrtschiffen und Fischerbooten einsehen und nachverfolgen. Das hilft, Kollisionen zu vermeiden, illegalen Fischfang zu erschweren, und Routen von diversen Schiffen nachzuvollziehen.

Blockchain 

Mit der Blockchain-Technologie können Daten dezentral gespeichert und damit sicher für einen bestimmten Nutzerkreis zugänglich gemacht werden. Über einen Sensor gelangen die Daten über das Produkt inklusive Standort in die Blockchain und werden für die Nutzer nach einer automatisierten Transaktion synchronisiert. Blockchain zählt damit zwar nicht zu den Technologien der direkten Objekterfassung, kann aber eine Ergänzung zur digitalen Objektverfolgung darstellen.

Integration von Track & Trace auf einer Plattform 

Eine weitere Möglichkeit, Lieferungen nachzuverfolgen, ergibt sich durch die Integration von Track & Trace auf einer Supply Chain-Plattform. Sobald das Schiff mit der Lieferung den Hafen verlassen hat, wird dies vermerkt und über die Plattform an alle Beteiligten der Supply Chain übermittelt. Dieser Prozess wird an den weiteren Stationen der Lieferkette fortgeführt, sodass der aktuelle Status jederzeit einsehbar ist. Auf diese Weise ist jeder Beteiligte der Plattform stets informiert und wird über alle Änderungen direkt benachrichtigt. Digitale Supply Chain-Plattformen -wie z.B. limbiq.com- bieten ergänzend Kommunikationstools, die es ermöglichen, bei Änderungen oder Problemen in der Lieferkette schnell zu reagieren und einen kontinuierlichen Informationsfluss zu erhalten. 

Welche Vorteile bietet mir Track & Trace? 

Ein wesentlicher Vorteil von Track & Trace ist, dass es nicht mehr nötig ist, die Ware über Telefonate und Mailkontakt ausfindig zu machen. Insbesondere bei Verspätungen aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen ist ein solcher analoger  Prozess nämlich schnell mit einem hohen Aufwand verbunden. Transparente Track & Trace-Lösungen können den Aufwand deutlich reduzieren. Doch nicht nur bei Änderungen im Ablauf ist Transparenz ein wichtiger Faktor. Eine transparente Supply Chain hilft, Probleme und Potenziale zu erkennen und die Qualität der Supply Chain zu verbessern. Da die Lieferung auch nach Zustellung noch zurückverfolgt werden kann, können Fehler leichter aufgedeckt und zugeordnet werden. Prozesse können verglichen und optimiert werden. Auch in der Lagerlogistik bietet das Warentracking einige Vorteile. Artikel werden schneller gefunden und Informationen zur Verfügbarkeit von Stellplätzen sind jederzeit abrufbar.

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