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FCL oder LCL – Wann lohnt sich welche Ladungsart? 

FCL oder LCL – Wann lohnt sich welche Ladungsart? 

14. Oktober 2020
Ladungsarten

Beim Versand von Waren gibt es im Handelsschiffsverkehr im Wesentlichen zwei Optionen, wie die Ware transportiert werden kann – FCL (Full Container Load) und LCL (Less than Container Load). Mit der Buchung eines neuen Containers zur Verschiffung der Ware stellt sich die häufig wiederkehrende Frage, welche der beiden Ladungsarten die bessere Wahl darstellt. In diesem Artikel wollen wir daher die Begriffe FCL und LCL näher unter die Lupe nehmen, die Vor- und Nachteile vergleichen und damit herausfiltern, wann man sich für welche Containerladung entscheiden sollte. 

FCL – Full Container Load 

FCL (Full Container Load) ist die im Frachtcontainerverkehr übliche Bezeichnung für eine Vollcontainerladung. Eingesetzt werden größtenteils 20‘ oder 40‘ Standardcontainer.  Bei einer FCL-Ladung wird der Container komplett beladen von Haus zu Haus geliefert. Zuladungen sind nicht gestattet. Im Gegensatz zur LCL-Ladung wird der FCL-Container also nicht aus verschiedenen Lieferungen zusammengesetzt. In der Regel werden sie bereits verplombt im Hafen angeliefert und benötigen keine weiteren zollrechtlichen Zwischenstationen. 

LCL – Less than Container Load 

LCL (Less than Container Load) bezeichnet eine Warensendung, die den Container nicht komplett ausfüllt. Anstatt den gesamten Container zu buchen, wird nur ein Teil gemietet. Der restliche Platz kann für weitere Güter bereitgestellt werden. Auf diese Weise kann das Transportunternehmen mehrere Lieferungen in einem Sammelcontainer zusammenfassen, sodass die gesamte Fläche des Containers ausgeschöpft werden kann. Die Teilladungen werden in Containerfrachtstationen zusammengelegt und an unterschiedliche Empfänger ausgeliefert.

Vor- und Nachteile 

Der LCL-Transport ist aus verschiedenen Gründen um einiges komplexer als der FCL-Transport. Er benötigt mehr Arbeitsschritte – und damit auch mehr Zeit – kann aber unter bestimmten Bedingungen dennoch eine gute Alternative zum FCL-Transport darstellen. 

Anforderungen an den Transport 

Unterschiedliche Produkte stellen häufig unterschiedliche Anforderungen an den Transport. Daher sollte genau überprüft werden, welche Lieferungen zu einer Ladung zusammengefasst werden können und welche nicht. Es gibt beispielsweise Waren, für die ein FCL-Transport zwingend notwendig ist, z.B. wenn es sich um gefährliche Güter handelt, die besonderen Regelungen unterliegen. Bei Teilladungen wiederum besteht die Gefahr, dass die Produkte durch andere Teilladungen beschädigt werden. Daher kann es sich bei empfindlichen Gütern lohnen, einen FCL-Container zu mieten, auch wenn der Raum nicht voll ausgeschöpft wird. Allgemein gilt der Transport mit einem FCL-Container im Vergleich als sehr sicher, da die Ware durch die Verplombung des Containers vor Fremdeinwirkungen und damit auch besser vor z.B. Schmuggel oder Drogenhandel geschützt ist.

Koordination der Transportprozesse

Im Gegensatz zum FCL-Transport sind die Umschläge an Zwischenstationen beim LCL-Transport mit wesentlich mehr Aufwand verbunden. Mehrere Teilladungen bedeuten häufig auch unterschiedliche Verzollungsbedingungen und damit eine komplexere Zollabwicklung. Die Zollschritte müssen für alle Teilladungen einzeln abgearbeitet werden. Sobald bei einer Teilladung ein Problem aufkommt, hat dies Auswirkungen auf den gesamten Container.  Auswirkungen auf die Transportzeit hat außerdem die Tatsache, dass die Teilladungen an verschiedene Empfänger geliefert werden und das Verladen der Waren mehr Zeit in Anspruch nimmt. 

Kosten für den Transport 

Bei geringem  Ladungsvolumen und Gewicht ist der LCL-Transport in der Regel günstiger. Insbesondere für Unternehmen mit einem kleineren Versandbedarf kann der Transport per LCL daher eine gute Möglichkeit darstellen, den Seetransport trotz kleiner Sendungsvolumina in Anspruch nehmen zu können. Der Kubikmeterpreis ist bei einer LCL-Ladung jedoch im Allgemeinen höher, sodass es sich ab einer bestimmten Größe lohnen kann, die FCL-Ladung als Alternative zu wählen. 

Fazit 

Welche Ladungsart letztendlich bevorzugt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht nur das Gewicht und das Volumen, auch der Faktor Zeit, die Art des Produktes und die damit einhergehenden Anforderungen sind wesentliche Kriterien, die berücksichtigt werden sollten.

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