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Transportmittel im Vergleich: Welcher Transportweg ist der richtige?

Transportmittel im Vergleich: Welcher Transportweg ist der richtige?

11. November 2020
Transportmittel

See-, Luft-, Schienengüterverkehr oder LKW – Welcher Transportweg ist der richtige für meinen Versand? Die Wahl des passenden Transportmittels hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. von der Dauer des Transports, der Infrastruktur, den Kosten und der Produktart, die verschickt werden soll. In diesem Artikel vergleichen wir die verschiedenen Optionen und arbeiten die Vor- und Nachteile heraus. 

LKW-Transport

Der LKW-Transport nimmt innerhalb Deutschlands den größten Anteil in der Transportlogistik ein. Laut Statistischem Bundesamt betrug die Menge des LKW-Transports in Deutschland 2019 rund 3,2 Milliarden Tonnen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der Transport per LKW ist nicht nur der logistisch einfachste, sondern auch bei Kurzstrecken der kostengünstigste Weg zur Beförderung von Waren. Ein weiterer großer Vorteil ist die Möglichkeit einer Haus-zu-Haus-Lieferung. Der Transport per Bahn, Schiff oder Flugzeug benötigt immer eine gewisse Vor- und Nachlaufzeit. Bei einem LKW hingegen kann die Ware ohne einen weiteren Umschlag direkt zum Kunden geliefert werden. Aufgrund der Flexibilität ist der LKW auch im intermodalen Transport als ergänzendes Transportmittel gut geeignet.  

Nachteile sind die eingeschränkte Ladekapazität, der aufkommende Verkehr auf den Straßen und die Abhängigkeit vom Wetter. An Feiertagen und Sonntagen kann zudem unter anderem in Deutschland nur mit Ausnahmeregelung gefahren werden. 

Luftfracht 

Der Transport der Fracht über den Luftverkehr ist der schnellste, aber damit auch der umweltschädlichste und teuerste Transportweg. Aufgrund der hohen Kosten und des hohen Emissionsausstoßes wird der Versand über Luft hauptsächlich bei langen Strecken über mehrere Länder eingesetzt. Rund die Hälfte des Luftfrachttransportaufkommens wird dabei in den Bäuchen von Passagiermaschinen als sogenannte „Bellyfracht“ transportiert. Geeignet ist er vor allem für schnell verderbliche Lebensmittel, empfindliche und wertvolle Güter sowie für Produkte, die eine schnelle Lieferung voraussetzen. Der Transport ist sehr zuverlässig und sicher, da das Flugzeug i.d.R. weniger Komplikationen ausgesetzt ist. Aufgrund der niedrigen Umschlaghäufigkeit ist die Wahrscheinlichkeit von Beschädigungen und Diebstahl im Vergleich zu anderen Transportmitteln ebenfalls geringer. 

Ein Nachteil ist, dass der Luftverkehr nicht für jedes Gut eingesetzt werden kann. Güter, die den Gewichts- und Größenbeschränkungen nicht entsprechen, müssen auf andere Transportmittel umsteigen. Auch bei Gefahrgütern gelten besondere Regelungen. Hier legen die „Dangerous Goods Regulations“ (DGR) die Gefahrgutvorschriften fest. Sie bestimmen, welche Gefahrgüter unter welchen Voraussetzungen im Luftverkehr befördert werden können. Oftmals gibt es dabei bestimmte Mengenvorschriften. Gefahrgüter müssen zudem beim Transport durch die UN-Gefahrgutklassen gekennzeichnet sein. 

Seefracht 

Wasserwege werden meist dann als Transportweg genutzt, wenn eine hohe Kapazität, aber keine dringende Lieferung vorausgesetzt wird. Es kommen große Containerschiffe zum Einsatz, die die standardisierten Container bis nach Übersee transportieren. Das derzeit größte Containerschiff ist etwa 400 Meter lang, 61 Meter breit und verfügt über eine Kapazität von 24.000 TEU. Der Transport ist zwar kostengünstig und effizient, erfordert jedoch eine lange Transitzeit inklusive Vor- und Nachlaufzeit. 

Typische Produkte sind daher schwere, voluminöse Güter, Güter in großen Mengen und Schüttgüter wie Kohle, Erzmetalle oder Agrarprodukte. Im Vergleich zur Luftfracht bietet der Frachttransport über den Seeweg mehr Kapazität und ist zugleich preiswerter und weniger umweltbelastend. Außerdem können Produkte, die aus Sicherheitsgründen nicht per Luftfracht transportiert werden können, häufig auf diesem Weg befördert werden. 

Binnenschifffahrt

Mit rund sieben Prozent nimmt die Binnenschifffahrt im deutschen Güterverkehr eher eine untergeordnete Roll ein. Dennoch trägt sie dazu bei, die Straßen zu entlasten. Denn ein Binnenschiff ersetzt etwa 80-100 LKW. Damit ist das Binnenschiff umweltverträglicher als ein LKW, zumindest in Bezug auf die CO2-Bilanz. Vergleicht man stattdessen die Luftschadstoffbilanz insgesamt, schneidet das Binnenschiff aufgrund hoher Feinstaubwerte schlechter ab. Das ist vor allem in Gegenden wie am Rhein ein Problem, wo besonders viele Schiffe verkehren. Außerdem können nur Destinationen angesteuert werden, die über entsprechende Vorladevorrichtungen und Containerterminals verfügen. Aufgrund der längeren Beförderungszeit eignet sich das Binnenschiff vor allem für wenig zeitsensible Güter wie Schüttgüter, Baustoffe oder Fertigprodukte. 

Schienengüterverkehr

Als ein sehr umweltfreundlicher Transportweg gilt der Schienengüterverkehr. Auf diesem Weg werden die Güter mithilfe von Güterzügen über die Eisenbahnschiene transportiert. Eingesetzt werden neben universellen Güterwagen u.a. spezielle Kühlwagen, Massengutwagen und Kesselwagen für den Transport von flüssigen oder gasförmigen Gütern.

Ein großer Vorteil ist die vorhandene Kapazität. So ersetzt ein 500 Meter-Güterzug ca. 30 LKW. Geeignet ist der Transport über Schienen vor allem für Langstrecken. Mit knapp über 13.000 km ist die Güterzugstrecke des Infrastruktur-Projekts „Neue Seidenstraße“, welche 2014 eröffnet wurde und von China bis nach Spanien führt, die längste Güterzugstrecke der Welt. Der Transport ist schnell und kostengünstig. Nur 21 Tage braucht der Güterzug bis er ausgehend von China in Madrid eintrifft. Ein weiterer Endpunkt befindet sich im Duisburger Hafen. Bis zu 60 Züge verkehren mittlerweile zwischen dem Duisburger Hafen und verschiedenen Destinationen in China. Im Schienengüterverkehr wird daher ein hohes Potenzial für einen effizienten, klimaschonenden Transport gesehen. Laut dem Umweltbundesamt lag der Anteil des Schienengüterverkehrs in Deutschland in den letzten Jahren zwischen 17 und 20 Prozent. Nachteile liegen vorwiegend in der Infrastruktur. Das Verkehrsnetz ist unflexibel und mit wenig Gleisanschlüssen nicht immer einfach erreichbar, sodass längere Vor- und Nachlaufzeiten mit dem LKW miteinberechnet werden müssen. 

Intermodaler Transport

Bei großen Strecken ist es oftmals nicht möglich, nur auf ein Transportmittel zurückzugreifen. Hier kommt der intermodale Transport ins Spiel. Als intermodalen Transport wird die Kombination aus mehreren Transportmitteln bezeichnet. Auf diese Weise ist es möglich, die Vorteile verschiedener Transportmittel zu verbinden und den Transport der Güter möglichst effizient zu organisieren. Damit die Kombination der Transportmittel funktioniert, werden standardisierte Container eingesetzt. Auch für die Verkehrswende kommt dem intermodalen Transport eine große Bedeutung zu. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf die Verlagerung der Güter vom LKW auf die Schiene. In einem kombinierten Transport sollen so mit dem LKW nur kurze notwendige Strecken gefahren werden, sodass der überwiegende Transport auf den Schienen stattfindet. Dies ist auch in Verbindung mit der Seefracht möglich und lohnt sich vor allem bei Langstrecken. Den größten Eisenbahnhafen Europas stellt zudem der Hamburger Hafen bereit. Über 200 Züge erreichen den Hafen täglich, sodass er ein bedeutsames Bindeglied zwischen den Umschlagterminals der Containerschiffe und dem europäischen Schienennetz bildet.

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