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Container-Chaos: Containermangel und überbelastete Häfen

Container-Chaos: Containermangel und überbelastete Häfen

21. Dezember 2020
Containerhafen

Bereits seit Wochen stauen sich an den britischen Häfen Container und in Shanghai bleibt jeder vierte Container aufgrund geringer Kapazitäten stehen. Was sind die Gründe für die überbelasteten Häfen und welche Auswirkungen hat es auf den Import von Waren aus China? 

Nicht nur die Corona-Krise, auch der Brexit macht den Briten momentan zu schaffen. Daher versuchen viele Händler noch vor Ablauf der Brexit-Übergangsphase am 31. Dezember ihre Lagerhallen zu füllen. Spediteure hatten deshalb schon seit September über Belastungsprobleme am größten britischen Hafen Felixstowe berichtet. Zudem sei reichlich Lagerraum noch mit Schutzkleidung aus China belegt. Daher wurden einige Schiffe mit Lieferungen für Weihnachten bereits umgeleitet, wobei nun befürchtet wird, dass diese nicht mehr rechtzeitig ankommen.  

Export-Boom in China und verzögerter Rücklauf aus den USA

Nicht nur in Großbritannien ist die Nachfrage nach Produkten aus China gestiegen. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist der Konsum in der westlichen Welt hoch. Auch in den USA hat die Nachfrage insbesondere nach chinesischen Konsumgütern stark zugenommen. Wo China die Corona-Pandemie gut im Griff zu haben scheint und die Produktion wieder deutlich angekurbelt, sind andere Länder wie die USA hingegen von Werksschließungen und Produktionsstopps betroffen. Ein Problem dabei ist, dass sich dadurch die Rückläufe der Container nach Asien verzögern.

Hinzu kommt, dass die Kapazitäten auf den Containerschiffen schon voll ausgelastet sind. Wie das Handelsblatt berichtete, bleibe allein in Shanghai aus diesem Grund momentan jeder vierte Container stehen. Zudem würden Reeder aufgrund der hohen Nachfrage aus den USA Schiffe auf den Pazifik verlegen, was zur Folge hat, dass auf der Verbindung zwischen Asien und Europa Schiffe fehlen. Aufgrund der geringen Kapazitäten auf den Containerschiffen steigen außerdem die Preise für den Transport immens an. Laut dem Shanghai Container IZED Freight Index sind die Container-Frachtraten im Vergleich zum Jahresanfang um mehr als das doppelte gestiegen. Da aber nicht nur in der Seefracht, sondern auch auf den Schienen und im Luftverkehr die Kapazitäten momentan gering sind, ist eine Umlegung von Schiff auf Schiene oder Luftfracht momentan schwer umsetzbar.

Weihnachten und das Chinesische Neujahr

Überbelastete Transportrouten, boomender Online-Handel, drohen also jetzt kurz vor Weihnachten noch weitere Engpässe? Laut dem deutschen Einzelhandelsverband sei dies allgemein nicht der Fall, da die meisten Unternehmen gut auf die Weihnachtszeit vorbereitet und die Lager noch ausreichend gefüllt seien. Bei stark nachgefragten Produkten wie Spielkonsolen und Elektronikartikel kommt es jedoch bei einigen Online-Händlern bereits zu Engpässen.

Eine Entspannung der Lage ist voraussichtlich bis zum Chinesischen Neujahr nicht zu erwarten. Da Schutzkleidung überwiegend aus China kommt, ist auch hier die Sorge groß, dass es zu Lieferschwierigkeiten kommen könnte. Während der Feiertage des Chinesischen Neujahrs vom 11. bis zum 17. Februar legt zudem traditionell ein Großteil der Bevölkerung seine Arbeit nieder. Davon betroffen sind auch Produktionsstätten, Speditionen und Frachthäfen, wo die Besetzung stark reduziert sein wird. Dies könnte die Lage also zusätzlich verschärfen.

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