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Resilienz in der Supply Chain: Bedeutung und Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten

Resilienz in der Supply Chain: Bedeutung und Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten

18. Februar 2021
Supply Chain Resilienz

Mit der Corona-Pandemie ist auch das Thema „Resilienz von Lieferketten“ wieder stark in den Fokus gerückt. Grenzschließungen, fehlende Mitarbeiter und unterbrochene Lieferketten sind nur einige der Beispiele, die in der Logistik zu massiven Beeinträchtigungen geführt haben. Darüber hinaus führten Hamsterkäufe, Einschränkungen beim Einkauf und Schließungen in einigen Bereichen immer wieder zu starken Nachfragestörungen.

Aber auch abseits von Pandemien können verschiedenste Umwelteinflüsse die Lieferkette immens beeinträchtigen. Dazu gehören z.B. Naturkatastrophen wie Erdbeben. Aufgrund des Erdbebens in Japan im Jahr 2011 hatte Toyota beispielsweise noch Monate später mit den Folgen zu kämpfen, und das nicht nur in Japan selbst, sondern auch in den USA und Europa. Auch politische Einflüsse oder Cyberkriminalität sind Faktoren, die große Auswirkungen auf die Lieferketten haben können. Es muss aber auch nicht unbedingt die große Katastrophe sein, die resiliente Lieferketten erfordert. Auch mangelnde Produktqualität, der Ausfall von Maschinen oder die Insolvenz von Zulieferern werden häufig als Ursachen für Störungen genannt. Insbesondere aufgrund der steigenden Komplexität der Supply Chain nehmen die Störungen stetig zu. Folgen sind Engpässe, hohe Kosten teilweise bis zur Existenzbedrohung.

Was bedeutet Resilienz und was macht eine resiliente Supply Chain aus?

Der Begriff Resilienz kommt eigentlich aus der Psychologie und beschreibt dort die Fähigkeit zu Belastbarkeit und Krisen zu bewältigen. Übertragen lässt sich das auch auf die Supply Chain. Nach einer Studie der Michigan State University definiert sich die Resilienz einer Supply Chain sowohl durch die Fähigkeit Störfaktoren standzuhalten als auch durch die Fähigkeit sich von den Störungen schnell erholen zu können. Dazu lässt sich Resilienz in vier Stufen unterteilen: Vermeidung, Eindämmung, Stabilisierung und Rückkehr. Inwieweit lassen sich also Störfaktoren im vornhinein vermeiden, wie lassen sie sich eingrenzen, was trägt zur Stabilisierung der Lieferkette bei und wie schnell kann ich zum Alltagsgeschäft zurückkehren?

Eine hundertprozentige Resilienz gegen alle äußeren Einflussfaktoren gibt es zwar nicht, dennoch gibt es einige Faktoren, die dazu beitragen, die Resilienz der Lieferkette zu stärken. Ein wichtiger Faktor ist z.B. die Verbesserung der Transparenz. Denn eine „End-to-end-Visibility“ entlang der gesamten Supply Chain verbessert nicht nur die Steuerungs- sondern auch die Reaktionsfähigkeit. Und je schneller auf eine Beeinträchtigung reagiert werden kann, desto geringer bleiben die Auswirkungen entlang der Lieferkette. Es gibt aber auch noch weitere Bereiche wie die Lieferantenstruktur, Near & Offshoring, Multi-Sourcing oder Agilität, die bedeutende Rollen spielen, wenn es um die Resilienz der Supply Chain geht.

Um mehr über diese Themenbereiche zu erfahren, möchten wir Dich gerne zu unserem kostenlosen Webinar „What makes a supply chain resilient? – 5 blocks to make your supply chain more resilient“ einladen. In einer 40-minütigen Session wird unser Referent Christof Kluska darüber sprechen, warum Resilienz für die Lieferkette wichtig ist, über aktuelle Trends sowie über fünf Bausteine, die helfen, die Resilienz der Lieferkette zu verbessern. Weitere Informationen zum Webinar findest Du hier

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