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Incoterms – EXW und FOB im Vergleich

Incoterms – EXW und FOB im Vergleich

11. März 2021
EXW FOB

FOB und EXW sind häufig genutzte Incoterms in der Transportlogistik. Aber was genau versteht man unter FOB und EXW und was sind eigentlich Incoterms? 

Der Begriff Incoterms steht für International Commercial Terms (deutsch: Internationale Handelsklauseln) und bezeichnet die im internationalen Handel üblichen Lieferbedingungen. Sie regeln als Ergänzung zum Kaufvertrag den Kosten- und Gefahrenübergang beim Transport sowie die Pflichten der Vertragsparteien. Sie sorgen also dafür, dass die Pflichten, Kosten und Risiken während des Transports auf den Verkäufer und Käufer entsprechend verteilt werden. Sie beantworten damit unter anderem folgende Fragen: Wer organisiert den Transport? Wer haftet bis wohin und wer übernimmt die Transportkosten und die Zollabfertigung? 

Incoterms sind weltweit anerkannt und dienen dazu, Missverständnisse durch klar definierte Regelungen von vornhinein zu vermeiden.  Sie wurden 1936 erstmals von der internationalen Handelskammer aufgestellt und das letzte Mal 2020 angepasst. Zwingend anzuwenden sind sie jedoch nicht. Vielmehr dienen sie dazu, den Transport zu vereinfachen. Die Vertragspartner können sich also auch auf eigene Klauseln einigen. In der Praxis ist es aber allgemein verbreitet, die Incoterms anzuwenden. 

Was genau versteht man unter Kosten- und Gefahrenübergang? 

Der Kostenübergang ist zunächst der Zeitpunkt, an dem die Kosten von dem Verkäufer auf den Käufer übergehen. Der Gefahrenübergang wiederum definiert den Übergang des Risikos bei Verlust oder Beschädigung der Ware. Wie dies genau geregelt sein kann, wollen wir anhand zwei gebräuchlicher Incoterms veranschaulichen. 

EXW

Die Abkürzung EXW steht für Ex Works und definiert die „Ab Werk“ -Lieferung. Entscheidet man sich also beim Import der Ware für die EXW-Klausel als Ergänzung des Kaufvertrags, übernimmt der Käufer in der Spanne des gesamten Transports sowohl das Risiko für Verlust und Beschädigung als auch die Organisation des Transports, die Zollabfertigung und die gesamten Transportkosten. Der Lieferant muss lediglich die Ware an einem vereinbarten Ort z.B. an der Fabrik oder am Lager bereitstellen. Ab hier geht die Verantwortung auf den Käufer über. 

FOB

FOB steht für „Free on Board” bzw. “Frei an Bord“. Nach dieser Klausel trägt der Verkäufer die Verantwortung und Kosten für den Transport der Ware von der Fabrik bis zum Hafen und ist für die Exportzollabfertigung sowie die Verladung am Verschiffungshafen zuständig. Ab hier gehen dann sowohl die Risiken als auch die Kosten auf den Käufer über. Das heißt, der Käufer trägt ebenfalls alle Zoll- und Einfuhrmodalitäten.

Vor- und Nachteile von FOB und EXW

Grundsätzlich haben beide Handelsklauseln ihre Vor- und Nachteile. Wenn der Lieferant die Güter zu einem günstigeren Preis zum Hafen liefern kann, wäre das beispielsweise ein gutes Argument für die FOB-Klausel. Der Lieferant übernimmt dann ebenfalls die Exportabfertigung, was eine Entlastung darstellen könnte. Andererseits wirken sich die Transportkosten teilweise so stark auf die Gesamtkosten aus, dass der gesamte Transport besser selbst bzw. über einen Spediteur abgewickelt werden kann, insbesondere wenn der Spediteur attraktive Konditionen anbietet. Auf diese Weise hat der Käufer zudem eine bessere Kontrolle über den Transportprozess. Welche Incoterms sich wann eignen hängt also schlussendlich von der einzelnen Lieferung ab und wie die Incoterms verhandelt werden.

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