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SCM: Schleppender digitaler Wandel aufgrund zu hoher Komplexität

SCM: Schleppender digitaler Wandel aufgrund zu hoher Komplexität

2. Juni 2021

Zu hohe Komplexität und die Angst vor möglichen Fehlern zählen zu den zentralen Faktoren, die Unternehmen davon abhalten, in die Digitalisierung ihrer Supply Chain zu investieren. Das zeigten kürzlich die Ergebnisse des 14. Hermes-Barometers. So stimmten 42 Prozent der befragten Logistikentscheider*innen dafür ab, dass sie aufgrund der hohen Komplexität und aus Sorge vor Fehlern zurückhaltend agieren. Auf der anderen Seite sind jedoch acht von zehn Logistikverantwortlichen der Meinung, dass Unternehmen in die Digitalisierung der Lieferketten investieren sollten, um sich besser von der Konkurrenz abzuheben. 59 Prozent der Befragten sagten sogar, dass sie glauben, ein strategisches Supply Chain Management spiele nun eine deutlich größere Rolle als vor der Pandemie. Zu den wichtigsten Zielen auf dem Weg zur digitalen Supply Chain gehören Kostenreduktion, Lean Management und ein effektives Bestandsmanagement.  

Hohe Komplexität und hohe Kostentreiber

Die Koordinierung und Abbildung von Workflows entlang unternehmensübergreifender Prozesse ist ein hoch komplexes Thema. Es kommen Akteure aus sehr verschiedenen Unternehmensstrukturen und -kulturen zusammen, die mit unterschiedlichen Workflows arbeiten. Darüber hinaus verfügen Unternehmen über vielfältige, heterogene IT-Landschaften, die zusammengeführt und in einen gemeinsamen Kontext gebracht werden müssen. Hinzukommt die unterschiedlich ausgeprägte Kooperationsbereitschaft der Partner, Informationen und Daten preiszugeben. So wird es Unternehmen oftmals erschwert, die Informationen und Daten der Akteure zentral zusammenzuführen. All diese Faktoren erschweren die Einführung eines geeigneten Systems, welches mit den gegebenen Ressourcen umsetzbar ist.  

Große Unternehmen schreiten voran

In allgemeiner Betrachtung schreitet die Digitalisierung nur langsam voran. Laut der Hermes-Umfrage ist eine von zehn Lieferketten mittlerweile digital und rund ein Drittel der Befragten haben bereits erste Digitalisierungsprojekte gestartet. Große Unterschiede gibt es jedoch zwischen großen und kleineren mittelständischen Unternehmen.

Da große Unternehmen über höhere finanzielle und personelle Ressourcen verfügen, ist die digitale Transformation in der Regel einfacher umsetzbar. So hätten laut der Umfrage bereits acht von zehn Logistikverantwortliche (80 Prozent) mit mehr als 1.000 Mitarbeiter ein Transformationsprojekt erfolgreich umgesetzt (40 Prozent) oder begonnen (40 Prozent).

Bei kleineren Unternehmen fehlen hingegen häufig personelle und finanzielle Ressourcen, um große Digitalisierungsprojekte anzugehen. Vor welchen besonderen Herausforderungen Mittelstandsunternehmen bei der Generierung von Transparenz im Supply Chain Management stehen und wie diese überwunden werden können, damit haben wir uns in unserem aktuellen kostenlosen E-Paper „Supply Chain Visibility im Mittelstand“ beschäftigt. Hier geht’s zum Download.

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