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Container-Stau in Südchina: Ein weiterer Stresstest für die Logistikbranche

Container-Stau in Südchina: Ein weiterer Stresstest für die Logistikbranche

25. Juni 2021
Container congestion port of Yantian

Nach dem Container-Stau im Suez-Canal nun der Stau vor dem viertgrößten Containerhafen der Welt: Seit der Schließung von weitgehenden Teilen des Containerhafens Yantian Ende Mai stauen sich die Containerschiffe vor Südchina. Die Auswirkungen der Blockade werden mittlerweile sogar schlimmer als die Blockade des Suez-Kanals im März eingeschätzt. Grund für die Schließung ist der Coronavirus-Ausbruch in Guangdong, welcher zu starken Einschränkungen geführt hatte. Auch wenn sich die Situation in Guangdong, wie die „tagesschau“ berichtete, laut Nick Marro, Analyst für den Bereich Welthandel bei der Economist Intelligence Unit (EIU) in Hongkong, inzwischen wieder zu normalisieren scheint, sollen die Beeinträchtigungen noch bis Ende des Jahres zu spüren sein.  Einem Bericht des Kieler Institut für Weltwirtschaft zufolge (IfW) habe der Containerhafen Yantian in den vergangenen 4 Wochen nur rund 40 Prozent der üblichen Containermenge verschifft. Außerdem nehme die Anzahl wartender Containerschiffe rasant zu. Auch an den umliegenden Häfen kommt es zu längeren Wartezeiten.

Auswirkungen auf den Welthandel

Wie der Kiel Trade Indicator zeigt, verzeichnet Chinas Handel sowie der Welthandel bisher noch positive Werte. Je nach Entwicklung könnte sich das aber noch ändern. Mit dem Kiel Trade Indicator analysiert das IfW Kiel die Handelsflüsse (Import- und Export) von 75 Ländern weltweit, der EU sowie des Welthandels insgesamt. Als Grundlage für die Auswertung dienen Schiffsbewegungen in Echtzeit, die durch einen programmierten Algorithmus in Wachstumswerte gegenüber dem Vormonat übersetzt werden. Für den Welthandel liegt dieser aktuell beispielsweise bei 0,4 %. 

Der Containerhafen Yantian 

Bei dem weltweit viertgrößten Containerhafen Yantian wurden im vergangenen Jahr mehr als 27 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen. Zum Vergleich: In Hamburg waren es etwa 8,5 Millionen Standardcontainer. Noch größer als der Hafen von Yantian sind nur die Häfen von Shanghai (43,5 Millionen TEU), Singapur (36,9 Millionen TEU) und Ningbo (28,7 Millionen TEU). Allein hier ist schon die Tragweite der Einschränkungen erkennbar. Über Yantian laufen zudem etwa 90 Prozent der Elektronikexporte aus China. Daher ist diese Branche aktuell auch besonders von den Beeinträchtigungen betroffen. Insbesondere bei einigen Elektronikartikeln wie beispielsweise Laptops ist daher mit Verzögerungen zu rechnen.

Angespannte Situation in der Seefracht 

Mit dem Containerstau spitzt sich die sowieso schon angespannte Lage in der Seefracht weiter zu. Container fehlen, Verspätungen und hohe Frachtraten beschäftigen die Seefracht schon seit Monaten – ein echter Stresstest für die Logistikbranche. Umso mehr zeigt sich, wie wichtig die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure ist, um die Beeinträchtigungen in den Griff zu bekommen. 

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